4. Oktober 2026

Wenn Tusche die Stadt neu sichtbar macht

Kaiserslautern (llp) – Ein Blick, der sonst übersehen wird

Stellen Sie sich vor, Kaiserslautern wäre ein altes Fotoalbum, das niemand mehr aufschlägt, weil die bunten Urlaubsbilder immer obenauf liegen. Genau zwischen diesen übersehenen Seiten, in den Ecken ohne Postkartenmotiv, hat sich der Architekt Oliver Weiss mit Tuschestift und Staffelei eingenistet. Wie die Ankündigung von nachrichten-kl.de zu einer Ausstellung im Salon Schmitt mitteilt, war der in Hohenecken wohnende Architekt auch in diesem Sommer wieder im Freien unterwegs, um sich von alltäglichen Szenen inspirieren zu lassen.

Man könnte meinen, Weiss hätte sich bewusst gegen die Schokoladenseiten der Stadt entschieden. Statt Rathaus-Glanz oder Fußgängerzonen-Idylle rückt er, so die Veranstaltungsbeschreibung, vermeintlich unscheinbare Orte fernab jeder Postkartenidylle ins Bild. Höfe, Gebäude, Szenen, die irgendwann einmal prägend waren und heute eher im Schatten der Stadtwahrnehmung liegen – sie bekommen durch den Tuschestift noch einmal eine Bühne, bevor sie endgültig aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden.

Vom Freiluft-Skizzenblock zur Galeriewand

Laut der Veranstaltungsankündigung hat Weiss sein Portfolio an Zeichnungen von Kaiserslautern und der Umgebung seit seiner letzten Präsentation in der Fruchthalle erweitert. Die neuen Arbeiten sind nun im Salon Schmitt zu sehen – ein Ortswechsel, der zu den Motiven passt: weg vom großen Saal, hinein in einen kleineren, intimeren Rahmen, der den Blick auf das Detail lenkt, genau wie die Zeichnungen selbst.

Die Ausstellung mit dem Titel „Vergessene Orte – Kaiserslautern in Tusche“ wurde laut Ankündigung am 4. Oktober im Salon Schmitt in der Pirmasenser Straße 32 eröffnet, die Eröffnungsveranstaltung lief von 14 bis 17 Uhr. Veranstalter war der Salon Schmitt Kaiserslautern selbst.

Vergänglichkeit als roter Faden

Der eigentliche Clou der Schau liegt, folgt man der Beschreibung, weniger in der Technik als im Blickwinkel: Die Tuschezeichnungen sollen die Vergänglichkeit ortstypischer, einst prägender Gebäude und Höfe einfangen und ihre Geschichte sichtbar machen. Damit wird aus einer simplen Schwarz-Weiß-Zeichnung fast ein kleines Archiv – festgehalten mit Stift statt mit Kamera, bevor Zeit, Witterung oder Bagger ihr Werk tun.

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Quellen

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DIE FAKTEN-BOX: WAS AN DIESER MELDUNG AUS DER WESTPFALZ WIRKLICH WAHR IST

  • Der Architekt Oliver Weiss aus Hohenecken zeigt im Salon Schmitt Kaiserslautern (Pirmasenser Straße 32) seine Tuschezeichnungen von Kaiserslautern und Umgebung.
  • Die Ausstellungseröffnung „Vergessene Orte – Kaiserslautern in Tusche“ fand am 4. Oktober von 14 bis 17 Uhr statt.
  • Weiss hat sein Portfolio seit einer früheren Präsentation in der Fruchthalle erweitert.
  • Die Motive zeigen unscheinbare, prägende Orte abseits bekannter Postkartenmotive und thematisieren deren Vergänglichkeit.

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