Manchmal braucht es einfach eine Generalüberholung, bevor man neue Mitbewohner einziehen lassen kann. Genau das ist jetzt im Wildpark auf dem Betzenberg passiert: Das alte Wildkatzengehege war, wie die Stadt Kaiserslautern mitteilt, baufällig und nicht mehr zeitgemäß. Jetzt steht dort eine komplett neue Anlage – und die hat es in sich.
Am 16. Oktober 2026 wurde das neue Wildkatzengehege offiziell eingeweiht, fertiggestellt war es laut Stadtverwaltung bereits im Sommer 2026. Bei der Einweihung dabei waren Beigeordneter Manuel Steinbrenner, Gerhard Prottung als Leiter des Referats Grünflächen, Jens Heinz von der Abteilung „Forsten / Wildpark Betzenberg“ sowie Klaus-Jürgen Schimansky, erster Vorsitzender des Fördervereins Wildpark Betzenberg e.V., gemeinsam mit weiteren Vereinsmitgliedern. Die neue Konstruktion besteht aus einheimischem Holz von Lärchen und Douglasien – teils direkt aus dem Pfälzerwald, wie die Stadt betont. Von der Planung über den Abriss bis zum Neubau zog sich das Projekt über rund ein Jahr. Die Anlage orientiert sich dabei an den Bedürfnissen der Tiere und erfüllt die veterinärbehördlichen Vorgaben zu Größe und Ausstattung.
Ganz günstig war der Umbau nicht: Insgesamt kostete die Erneuerung des Geheges 25.750 Euro. Den Löwenanteil davon, nämlich 19.750 Euro, steuerte der Förderverein Wildpark Betzenberg e.V. aus Spendengeldern bei. Beigeordneter Manuel Steinbrenner bedankte sich entsprechend deutlich beim Verein: Dieser sei die wichtigste Stütze, um den Wildpark pflegen und instand halten zu können. Klaus-Jürgen Schimansky bedankte sich seinerseits bei allen Mitgliedern und Spenderinnen und Spendern und überreichte dem Beigeordneten ein Dubbeglas mit Wildpark-Aufdruck, den neuen Flyer des Fördervereins sowie einen Mitgliedsantrag. Referatsleiter Gerhard Prottung und Jens Heinz dankten im Gegenzug dem Verein für die Unterstützung und die Zusammenarbeit – sowie den Mitarbeitenden, die sich täglich um die Tiere kümmern, und den rund 100.000 Besucherinnen und Besuchern, die den Wildpark laut Stadt jährlich zählt.
Eingezogen ist in das neue Gehege ein Wildkatzenpärchen aus Saarbrücken. Besonders ist dabei die Geschichte des Katers: Er wurde im Kaiserslauterer Wildpark geboren, war dann im Saarland zwischenstationiert und lebt nun wieder an seinem Geburtsort. Namen für die beiden Tiere stehen laut Schimansky noch nicht fest – darüber mache man sich derzeit noch Gedanken.
Wer die neuen Bewohner zu Gesicht bekommen möchte, braucht etwas Geduld: Wildkatzen sind sehr scheu und leben eigentlich in Laub- und Mischwäldern. Äußerlich erinnern sie an Hauskatzen, wirken durch ihr dichtes, grau getigertes Fell aber kräftiger. Markant sind der buschige Schwanz mit wenigen dunklen Ringen und dunklem Ende sowie der sogenannte Aalstrich, der sich über die Mitte des Rückens zieht.
Für Manuel Steinbrenner ist der Neubau vor allem eins: eine Aufwertung für den gesamten Wildpark. Eine zeitgemäße Unterbringung der Tiere sei damit sichergestellt – und der Park bleibe, wie er es formulierte, ein schönes und beliebtes Angebot zur Erkundung der Natur und zur Erholung für die Kaiserslauterer Bevölkerung.