Zehn Tage lang wird derzeit wieder Oktoberkerwe in Kaiserslautern gefeiert. Wer durch den Messeplatz schlendert, Zuckerwatte in der einen und vielleicht ein Lebkuchenherz in der anderen Hand, der steht in einer langen Tradition. Wie lang genau, das zeigt der SWR in einer Bildergalerie, für die im Archiv des Senders und im Lautrer Stadtarchiv gestöbert wurde. Das Ergebnis: eine Zeitreise von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart – und der Beweis, dass manche Dinge beim Pfälzer einfach bleiben, wie sie sind.
Man kennt das als Optimist ja selbst: Kaum steht man auf dem Kerweplatz, kommt die Erinnerung ums Eck – „Früher war mehr Lametta“, murmelt der Nachbar von nebenan. Aber Moment mal, bevor hier jemand in Nostalgie-Trübsal verfällt: Ein Blick in die alten Fotos zeigt, dass die Kerwe sich zwar verändert hat, ihr Kern aber über die Jahrzehnte bemerkenswert stabil geblieben ist. Und genau das ist doch eigentlich die beste Nachricht, die man am Wursteschdand serviert bekommen kann.
Dass eine Kerwe mit zehn Tagen Programm nicht einfach vom Himmel fällt, zeigt der SWR ebenfalls: Hohe Spritpreise, gestiegene Personalkosten und teurere Lebensmittel erschweren den Schaustellern aktuell das Geschäft. Wer also das nächste Mal an einem Stand vorbeikommt, darf ruhig mit etwas mehr Wertschätzung ans Portemonnaie gehen – schließlich steckt hinter jeder Fahrt im Kettenkarussell ein Betrieb, der mit echten Kostenproblemen jongliert, ganz ohne Förderprogramm oder Digitalbonus.
Egal ob mit Lebkuchenherz in der Hand oder beim Blick von oben aus dem Riesenrad: Die Kerwe verbindet Generationen, die sich sonst vielleicht nie am gleichen Stand getroffen hätten. Und genau das ist es, was eine gute Westpfälzer Tradition ausmacht – sie verändert sich mit der Zeit, ohne ihre Seele zu verlieren.