Manchmal reicht ein kurzer Vorbeifahrer, um aus einem ganz normalen Montagvormittag eine kleine Ermittlungsakte zu machen. In Hochspeyer, Kreis Kaiserslautern, stand ein weißer BMW brav und unschuldig am Straßenrand der Weiherstraße, in der Nähe einer Werkstatt – ironischerweise also genau dort, wo man eigentlich Hilfe statt Schaden erwartet. Doch irgendjemand hatte offenbar andere Pläne für den Vormittag.
Zwischen 8.10 Uhr und 10.30 Uhr muss es passiert sein: Ein roter Wagen streifte den geparkten BMW, hinterließ am vorderen Kotflügel auf der Fahrerseite Lackkratzer und eine verräterische Portion roter Farbe – und verschwand, ohne sich die Mühe eines Zettels, einer Nachricht oder auch nur eines schlechten Gewissens zu machen. Klassische Unfallflucht, wie sie die Westpfalz leider viel zu gut kennt.
Der 47-jährige Halter des BMW bemerkte den Schaden erst, als er zu seinem Fahrzeug zurückkehrte – und der war mit mehreren hundert Euro nicht gerade ein Pappenstiel. Pflichtbewusst, wie man es von einem Westpfälzer erwartet, informierte er umgehend die Polizei. Die Beamten der Polizeiinspektion Kaiserslautern 1 stehen nun vor der Aufgabe, aus roter Farbe und ein paar Kratzern ein ganzes Fahrzeug samt Fahrer zu rekonstruieren. Kein Hexenwerk, aber ohne Zeugen auch kein Zuckerschlecken.
Die Hoffnung der Ermittler ruht jetzt auf aufmerksamen Nachbarn, Werkstattkunden oder Passanten, die in besagtem Zeitfenster zwischen Frühstück und Mittagspause einen roten Wagen mit frischen weißen Lackspuren gesehen haben könnten. Wer in der Weiherstraße unterwegs war und sich an einen hastig davonfahrenden roten Flitzer erinnert, sollte sich melden – bevor der Farbklecks am Kotflügel zur einzigen bleibenden Erinnerung an den Täter wird.
Einsatzgrund: Unfallflucht – geparkter weißer BMW in der Weiherstraße in Hochspeyer wurde von einem roten Fahrzeug gestreift und beschädigt.
Beteiligte: Polizeiinspektion Kaiserslautern 1, 47-jähriger Fahrzeughalter.
Status: Zeugensuche läuft, Täter und rotes Fahrzeug noch unbekannt.
Fakt des Tages: Der Schaden entstand ausgerechnet in Sichtweite einer Werkstatt – näher könnte die Lösung des Problems kaum liegen, wenn der Verursacher nur mal angehalten hätte.