Jeder kennt das: Man steht am Freitagabend unschlüssig in der Küche, Dubbeglas in der Hand, und fragt sich, ob der Abend nicht doch etwas mehr Glamour vertragen könnte als die dritte Wiederholung irgendeiner Krimiserie. Für genau diesen Moment der Entscheidungsschwäche hat das Pfalztheater Kaiserslautern jetzt die passende Antwort parat: „Der große Gatsby“, der Kultroman von F. Scott Fitzgerald, kommt als Schauspiel auf die Bühne des Großen Hauses. Und keine Sorge – man muss dafür nicht extra nach New York fliegen, der Willy-Brandt-Platz tut es auch.
Wie die Kulturland-Datenbank von Rheinland-Pfalz vermerkt, hat die Inszenierung am 16. Oktober 2026 um 19:30 Uhr ihren Termin im Spielplan, Regie führt Yvonne Kespohl. Das Stück ist ab 14 Jahren freigegeben – schließlich geht es nicht nur um rauschende Partys, sondern auch um Alkoholschmuggel, zerbrochene Träume und eine ordentliche Portion Tragik. Wer also seinen Teenager mitnehmen will, sollte vorher kurz erklären, dass „Roaring Twenties“ nicht automatisch bedeutet, dass alle gut gelaunt nach Hause kommen.
Wer nach dem Gatsby-Glamour noch nicht genug hat, findet im Pfalztheater reichlich Nachschlag. Laut dem Spielplan-Überblick von concerti.de stehen in den Wochen rund um die Gatsby-Premiere auch „Kiss Me, Kate“ von Cole Porter (unter anderem am 18. und 22. Oktober 2026), die Kinderoper „Fliegen die Raben noch?“ auf der Werkstattbühne sowie ein Konzert der Pfalzphilharmonie Kaiserslautern mit Geigerin Liv Migdal unter der Leitung von Alexander Sinan Binder auf dem Programm. Und für alle, die es lieber etwas religiös-rockig mögen: „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber feiert im November ebenfalls mehrere Vorstellungen im Großen Haus.
Man muss kein Großstadt-Dandy sein, um sich an einem Oktoberabend in die schillernde, aber brüchige Welt der 1920er-Jahre entführen zu lassen. Das Pfalztheater beweist mit seiner Gatsby-Inszenierung, dass große Literatur auch in der Westpfalz ihren Platz hat – und zwar nicht nur für die, die sonst beim Bio-Markt-Hopping über die „Note von Kalkstein und Schiefer“ im Riesling fachsimpeln. Wer Lust auf Glamour, Tragik und ein bisschen gesellschaftskritisches Kopfnicken hat, bucht sich ein Ticket und schaut, ob Gatsbys grünes Licht am Ende des Stegs nicht doch Ähnlichkeiten mit der Beleuchtung am Stiftsplatz hat.
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