Jeder kennt das Gefühl: Der Nachwuchs bleibt aus, die Reihen lichten sich, und irgendwann fragt man sich, ob man das Licht im letzten Raum auch noch ausmachen soll. Genau diesen Trend hatte die Hochschule Kaiserslautern in den vergangenen Jahren zu spüren bekommen – demografischer Wandel, Fachkräftemangel, umkämpfter Bildungsmarkt. Doch jetzt gibt’s Grund zum Durchatmen, und zwar mit einem ordentlichen Schluck aus dem Dubbeglas der guten Nachrichten.
Am Campus Kaiserslautern haben sich zum Wintersemester 652 Studierende neu ins erste Fachsemester eines Bachelor- oder Masterstudiengangs eingeschrieben. Das sind, wie die Hochschule Kaiserslautern mitteilt, 102 Erstsemester oder rund 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Und das Beste: Es ist bereits das zweite Jahr in Folge, in dem es bergauf geht. Kein Strohfeuer also, sondern ein handfester Trend.
Wie schafft man es, in Zeiten sinkender Schülerzahlen und bundesweiter Konkurrenz um jeden Studienplatz-Interessenten trotzdem mehr junge Leute an den Campus zu locken? Die Hochschule hat da ein paar Dinge richtig gemacht, die man sich ruhig mal auf der Zunge zergehen lassen darf:
Schmidt bringt es selbst auf den Punkt: Man sei „insgesamt sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis und freue sich, dass die Hochschule trotz schwieriger demografischer Rahmenbedingungen und hartem Wettbewerb „erneut zulegen konnte, und, ich darf sagen, sehr deutlich“, wie er in der Mitteilung der Hochschule Kaiserslautern erklärt.
Und hier wird’s richtig spannend für alle Freunde der guten Nachrichten: Der Höhenflug beschränkt sich nicht auf den Campus in der Schoenstraße. Hochschulweit – also inklusive der Standorte Pirmasens und Zweibrücken – haben sich bereits 1452 Neustudierende eingeschrieben. Das ist ein Plus von knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1108.
Besonders bemerkenswert: Der Fachbereich Angewandte Ingenieurwissenschaften in Kaiserslautern konnte seine Erstsemesterzahlen von 319 auf 416 steigern, ein Plus von ebenfalls rund 30 Prozent – gerade angesichts des Fachkräftebedarfs eine wichtige Entwicklung für die Region. Der Fachbereich Bauen und Gestalten hält mit 236 Ersteinschreibungen das gute Vorjahresniveau von 231.
Auch Pirmasens, das im Vorjahr noch ein Minus verkraften musste, meldet jetzt ein sattes Plus von 63 Einschreibungen – die Zahl von 110 Neuimmatrikulierten bedeutet mehr als eine Verdopplung. Fast die Hälfte davon entfällt auf den internationalen Masterstudiengang Refinement and Sustainability of Polymer and Composite Products.
Und Zweibrücken? Da legt vor allem der Fachbereich Betriebswirtschaft kräftig zu: 478 Einschreibungen bedeuten ein Plus von 157 oder fast 50 Prozent. Neue Studiengänge wie Wirtschaftspsychologie, Digital Sales & Marketing Management und Allgemeine BWL kommen offenbar gut an. Auch der Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik wächst leicht um rund 12 Prozent auf 212 Einschreibungen. Insgesamt steht Zweibrücken mit 690 Neueinschreibungen bei einem Plus von 35 Prozent gegenüber dem Wintersemester 2024/25.
Man könnte jetzt sagen: Schön für die Hochschule, aber was hab ich davon? Eine ganze Menge, liebe Leute. Jeder zusätzliche Studierende ist potenziell ein zukünftiger Fachkräfte-Baustein für die Region, ein Gast in der Kneipe um die Ecke, ein Mitspieler im Sportverein oder einfach ein neues Gesicht, das die Stadt lebendiger macht. Eine Hochschule, die wächst statt schrumpft, ist ein handfestes Signal: Die Westpfalz hat was zu bieten – auch jenseits von Wald und Wein. Wer in unsicheren Zeiten nach einem Grund sucht, stolz auf seine Heimat zu sein, der hat hier einen gefunden.
Quellen: Hochschule Kaiserslautern (offizielle Mitteilung), Die Rheinpfalz.
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